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Mit freundlicher Genehmigung des Sudetendeutschen Pressedienstes (SdP) folgen auf dieser Seite jeweils die neuesten Meldungen (teilweise gekürzt) aus Wien. Ältere interessante Beiträge finden Sie im Archiv bei www.sudeten.at.
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Sudetendeutscher Pressedienst (SdP) Redaktion, Herausgeber, Medieninhaber: Sudetendeutsche Landsmannschaft in Österreich (SLÖ) Bundespressereferat: A-1030 Wien, Steingasse 25 Telefon: 01/ 718 59 19 * Fax: 01/ 718 59 23 E-Mail: pressedienst@sudeten.at
Wien, am 3. Juli 2008
Ungarn regelt Entschädigung für Opfer des 2. Weltkrieges
Utl.: 34.000 von 97.600 Fällen schon bearbeitet
In den letzten Tagen berichtete die „Balatoner Zeitung“, dass eine Kompensation für Opfer des Zweiten Weltkrieges bis 2010 geregelt wird.
Kompensation für Opfer des Zweiten Weltkrieges soll bis 2010 geregelt werden. Dies teilte Lajos Szabó, stellvertretender Direktor der Zentralen Behörde für Justiz mit. Ein Gesetz, das das Parlament im vergangenen Jahr verabschiedet hatte, sieht vor, den nächsten Verwandten von Opfern, die während des Zweiten Weltkrieges aus politischen Gründen ermordet wurden, aus rassistischen, religiösen oder politischen Gründen als Zwangsarbeiter missbraucht wurden oder später in sowjetischen Arbeitslagern umkamen, eine Wiedergutmachung zu zahlen.
Bislang wurden 34.000 von 97.600 Anträgen bearbeitet.
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Wien, am 20. Juni 2008
Zeihsel: Immer wieder – Loyalitätskonflikte im Sport
Am Beispiel Lukas Podolski bei Deutschland – Polen bei der Euro 08 sichtbar
Bei der Fußball-Europameisterschaft besiegte durch 2 Tore von Podolski Deutschland Polen 2:0. Podolski konnte sich nicht über diesen Erfolg so überschwänglich freuen, wie wir es von jedem anderen Spieler sonst beobachten können.
Podolski leidet an seiner gespaltenen Identität! Da er 1985 in Gleiwitz geboren wurde, fühlt er sich halb als Pole und halb als Deutscher.
Dem jungen Mann könnte geholfen werden, man muss ihm nur verraten, dass Gleiwitz in Schlesien liegt und er daher Schlesier ist.
Dass er mit zwei Jahren als Spätaussiedler an den Rhein kam, war nur möglich, weil seine Eltern oder zumindest die Großeltern einst die deutsche Staatsbürgerschaft besaßen.
Auf deutsche Wurzeln deutet auch der Vorname Waldemar des Vaters hin!
Der Fußballer Podolski ist ein typisches Opfer geschichtspolitischer Verdrehungen, die ihm vermutlich von Journalisten in den Kopf gesetzt wurden!
In diesem Zusammenhang erinnert Bundesobmann Gerhard Zeihsel (SLÖ) an zahlreiche Loyalitätskonflikte sudetendeutscher Sportler in der 1. ČSR. Sie mussten, wie der Spitzenschiläufer Gustl Berauer, für die tschechoslowakischen Farben antreten und damit reichsdeutsche Mitbewerber auf die Plätze verweisen.
Ähnliches gilt noch heute für Sportler aus Südtirol, deren Erfolge für Italien zählen und von manchen österreichischen Reportern noch als Italiener und nicht nach ihrer ethnischen Herkunft bezeichnet werden, schloss Zeihsel.
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Wien, am 16. Juni 2008
Josika: Deutsche in CR sollen endlich zweisprachige Schilder auf Tschechisch und Deutsch beantragen
Nach Volkszählung 2001 könnte es noch schwieriger werden
Noch bleiben den Deutschen in Tschechien etwa drei Jahre um bestehendes tschechisches Recht umzusetzen und zweisprachige Schilder zu beantragen. Damit könnten sie den Stein ins Rollen bringen.
Tschechisches Recht verordnet zweisprachige Orts-, Strassen- und Behördenschilder wenn eine autochthone Minderheit mindestens 10% der Bevölkerung einer Gemeinde stellt, und die betroffene Minderheit die Aufstellung beantragt. Laut aktueller Volkszählung (2001) gibt es achtzehn Gemeinden mit über 10% Deutschen.
Schon bei der nächsten Volkszählung in 2011 werden viele dieser Orte, insbesondere die zwei grössten - Schatzlar und Weipert, wohl die 10% Hürde verfehlen. Daher sollte alles daran gesetzt werden die zweisprachige Beschilderung aller betroffenen Gemeinden bis 2011 umzusetzen.
Während andere Minderheiten, wie zum Beispiel die Polen der CR, die Slowenen Kärntens oder die Sorben Deutschlands, mit allen Mitteln um eine Ausweitung ihrer Rechte kämpfen, haben sich die Vertreter der deutschen Minderheit Tschechiens bisher nicht einmal dazu durchgerungen bestehendes Recht einzufordern. Grundsätzlich bräuchten die Minderheitenverbände der betroffenen Gemeinden nur einen Antrag auf zweisprachige Beschilderung zu stellen. Aufgrund der bestehenden Rechtslage könnte ein solcher nicht abgelehnt werden. Aber Angst und fehlender Wille bei einigen Verantwortlichen scheinen diesen rein administrativen Schritt bisher verhindert zu haben.
Dabei sind sich die Beteiligten offenbar nicht ihrer historischen Verantwortung bewusst. Neben der kleinen verbliebenen Minderheit gibt es nämlich auch Millionen Vertriebene und Auswanderer, die ihre Wurzeln in den ehemals mehrheitlich deutschsprachigen Gebieten Böhmens, Mährens und Schlesiens haben. Der Schutz ihres einzigartigen Kultur- und Spracherbes, zu dem auch historische Flurnamen gehören, ist ein elementares Menschenrecht. Aber auch Tschechen und Ausländer haben das Recht die historischen Orts- und Strassennamen kennen zu lernen, damit sich bei ihnen ein stärkeres Bewusstsein über die kulturellen und sprachlichen Wurzeln dieser ehemals deutschsprachigen Gemeinden entwickelt. Verschiedene internationale Organisationen, wie UNO und Europarat, forderten ausserdem schon mehrmals die Mitbenutzung historisch gewachsener Flurnamen in Minderheiten-, Assimilierungs- und Vertriebenengebieten. Die deutsche Minderheit ist daher nicht nur sich selbst gegenüber verpflichtet etwas für die rasche Umsetzung bestehenden tschechischen Rechtes zu tun.
Es geht dabei auch durchaus darum einen Stein ins Rollen zu bringen. Die Umsetzung in achtzehn Gemeinden kann nämlich nur als erster Schritt betrachtet werden. Die 10% Hürde in der CR entspricht nicht dem europäischen „Best Practice“. In Deutschland, Irland und Grossbritannien, zum Beispiel, sind alle historischen Siedlungsgebiete autochthoner Minderheiten zweisprachig, egal wie viele Menschen der Minderheit noch angehören. So ist der ganze sorbische und walisische Siedlungsraum zweisprachig beschildert, obwohl heute der Minderheitenanteil in den meisten Gemeinden weit unter 10% liegt.
Gerade in einem Land wie Tschechien, in dem über Jahrhunderte deutsch- und polnischsprachige regionale Bevölkerungsmehrheiten lebten, wäre es mehr als angebracht, das Minderheitengesetz im Sinne der historischen Realität anzupassen. Alle ehemals mehrheitlich deutsch- und polnischsprachigen Gemeinden sollten langfristig zweisprachig beschildert werden. Damit würde Tschechien nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Versöhnung mit seiner ehemaligen und verbliebenen deutschen und polnischen Bevölkerung leisten, sondern auch dem europäischen Standard beim Schutz autochthoner Sprachen näher kommen. Dass zweisprachige Topografie auch den Tourismus ankurbeln kann, wurde bereits in verschiedenen Regionen Europas eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Eine effektive Visualisierung der historischen Zweisprachigkeit in der tschechischen Republik würde gerade Deutsche und Österreicher- Vertriebene und Nicht-Vertriebene- vermehrt nach Tschechien locken, wo sie sich dann auch oft wohler und mehr „zu Hause“ fühlen würden. Die Kosten wiederum wären vergleichsweise minimal und könnten zum Grossteil mit EU-Mitteln abgedeckt werden.
Neben der Minderheit und den Vertriebenen würde daher in erster Linie auch die tschechische Republik von einer weitgehenden Umsetzung zweisprachiger Beschilderung in ehemals mehrheitlich deutsch- und polnischsprachigen Gebieten profitieren. Und was im „tschechischen nationalen Interesse“ ist sollte ja nicht zuletzt auch für die tschechische Regierung und massgebende Politiker, wie Präsident Vaclav Klaus, zur natürlichen Verpflichtung werden..
Der Autor ist Mitteleuropakorrespondent der Nachrichtenagentur autochthoner europäischer Sprachminderheiten „Eurolang“ (www.eurolang.net) und Koordinator des Projektes „Netzwerk zweisprachiger Gemeinden Europas“ der Stadt Biel/Bienne, Schweiz.
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